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Software-Entwicklung ist ein ernsthaftes Geschäft
Wer anderes träumt, der hat seinen Beruf verfehlt. Es geht in unserem Gewerbe also darum, Software-produkte mit höchstmöglicher Qualität unter geringstmöglichen Kosten zu erzeugen. Das ist im Prinzip die gleiche Zielvorgabe wie für alle anderen technischen Produkte auch.
Die obigen Grundanforderungen an die Erzeugung von Software-Produkten betreffen nicht nur die damit befaßten Menschen sondern auch die verwendeten Werkzeuge und Methoden.
Wenn wir einem Maschinenbauer zusehen, so wird er für jeden Arbeitsvorgang das richtige Werkzeug auswählen. Selbstverständlich ist für ihn das richtige Werkzeug jenes, welches ihn in schnellster und kostengünstigster Weise zum gewünschten Ergebnis führt.
Warum wird das bei der Erzeugung von Software nicht immer so gehandhabt?
Erstens, weil bei den grundlegenden Entscheidungen zu Software-Projekten meist alleine die Fachleute das Sagen haben. Also exakt jene Leute, denen der kaufmännische Erfolg des Projektes bzw die Benutzbarkeit der erstellten Software oft nur zweitrangig erscheinen. Zweitrangig hinter ihrer sehr persönlichen, durch Moden, Schulen und Fachzeit-schriften geprägten Auffassung von neuester Technologie. Dieser Umstand wird, neben anderem, sehr schön in Alan Coopers Buch The Inmates Are Running the Asylum beschrieben. Seine Meinung ist daher, daß die Fachleute (= die Irren) ihr eigenes Irrenhaus managen und die Angelegenheit Software-Entwicklung sowohl jenen, die das Geschäft machen wie auch jenen, die das Produkt benutzen sollen, völlig aus der Hand genommen haben. (Übrigens: Alan Cooper ist der Erfinder von Visual Basic, das dann von Microsoft angekauft wurde.)
Zweitens, weil viele Softwaremenschen auch nur Menschen sind und sich - aus vielen, sehr gut verständlichen Gründen - oft dagegen wehren, ein neues oder anderes Entwicklungswerkzeug zu verwenden. Nur leider findet Fortschritt und Überleben in einer technologisch rastlosen Umgebung nicht durch Beharren auf einmal Gelerntem statt.
Drittens, weil jüngere angestellte Softwaremenschen auch auf ihre höchstpersönliche Zukunft bedacht sind. Karriere in der IT-Industrie machen zu können ist, so glauben sie, nur mit Rücksicht auf die im Markt gefragten Fertigkeiten möglich. Die Orientierung, was denn nun in der EDV-Welt wichtig ist, wird sehr häufig an den Stelleninseraten und deren Vorgaben abgelesen. Logisch, wenn die großen Inserate in den Zeitungen (das sind die mit den großen Einkommensversprechen) zB C++ oder bestimmte Datenbank-Fähigkeiten verlangen, dann werden vor allem junge Programmierer danach dürsten, sich diese Fähigkeiten in ihrem vorhandenen Job anzueignen. Schwupps, wird das nächste Projekt in C++ gemacht, egal, ob das nun richtig ist oder nicht.
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